Es gehört sich nicht nur für Berner Schülerinnen und Schüler, einmal in ihrer Schulkarriere das Bundeshaus zu besuchen. Wir waren heute dort mit der Mittel- und Oberstufe. Mit Marc Jost, EVP-Nationalrat aus unserem Kanton, hatten wir einen bekannten und kompetenten Guide. Doch zuerst galt es, die Sicherheitskontrollen hinter uns zu bringen. Wie bei Flugreisen werden alle Besucher/innen durchleuchtet. In der Eingangshalle testeten ein paar motivierte Mittelstüfeler ihr Wissen schon mal anhand eines Quiz über einen grossen Bildschirm. Dort lernten sie unter anderem, dass Bern nicht die Hauptstadt der Schweiz ist sondern „nur“ die Bundesstadt. Haben Sie das auch gewusst?
Dann ging es los! Zuerst begaben wir uns unter die grosse Kuppel in der Eingangshalle. Dort erfuhren wir einiges über den Bau an und für sich, wer wo arbeitet und weshalb an der Decke nur 22 Kantonswappen zu sehen sind …. genau: drei Kantone bestehen eigentlich aus Halbkantonen und der Kanton Jura kam später dazu und wurde nachträglich daneben mit dem Wappen verewigt.
Anschliessend ging der Rundgang weiter in Richtung Ständeratssaal. Wir durften alle Platz nehmen auf einem bequemen Stuhl, während Marc Jost uns erläuterte, wie ein Gesetz entsteht und welchen Einfluss wir selber – wenn wir 18 Jahre alt sind – auf die Politik nehmen können. Am meisten Fragen von den Schülern gab es zum aktuellen Geschäft, bei dem es um ein mögliches Verbot von Feuerwerk geht. OK, nicht alle interessierten sich wirklich dafür.
Dann ging es weiter in den Nationalratssaal. Auch dort nahmen wir alle Platz auf einem Stuhl der Parlamentarier. Marc Jost erklärte uns, welche Parteien wo sitzen, wann und wie lange ein Ratsmitglied am Mikrofon sprechen darf und was man vorkehren musste, damit beim Abstimmen nicht mehr geschummelt werden kann. Seit einem Fall eines weitherum bekannten Politikers, der bei einer Abstimmung auch noch den Knopf des abwesenden Kollegen gedrückt hat, wurde ein zweiter Knopf am anderen Pultende montiert. Seither kann man seine Stimme nur abgeben, wenn man gleichzeitig beide Knöpfe drückt. So ist man genug beschäftigt mit seiner eigenen Stimmabgabe und kommt nicht auf dumme Gedanken.
Abschliessend wandelten wir noch durch die Wandelhalle, wo sich Politiker mit Journalisten und Lobbyisten treffen und austauschen. Beeindruckend in der Wandelhalle sind die sechs Deckengemälde, die die Erbauer des Bundeshauses anbringen liessen. Sie stehen für sechs Werte, welche für die Schweiz wichtig waren und hoffentlich auch heute noch sind. Es sind dies die Werte Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Fruchtbarkeit, Patriotismus, Wahrheit und Weisheit.
Die Zeit verging wie im Flug und wir bedankten uns bei Marc Jost mit vier Magneten der csbern-Werte und einem Paar Wandersocken für den passionierten Wanderer. Abschliessend bleibt zu sagen, dass ein Besuch im Bundeshaus nicht nur für Schüler/innen, sondern auch für Erwachsene ein Muss ist. Es ist nicht nur spannend und informativ, sondern fördert auch einen (gesunden) Patriotismus und die Wertschätzung gegenüber der Arbeit unserer Politiker/innen.
